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Tiago Pinheiro de Oliveira wurde in Porto, Portugal, geboren, wo er seinen ersten Musikunterricht in den Fächern Gesang, Trompete und Komposition erhielt.
Schon früh dirigierte er verschiedene Chöre und erlangte sein Diplom in Musiktheorie und musikalische Bildung an der Universität Aveiro in Portugal und studierte anschließend an der Karlsruher Musikhochschule Chordirigieren bei Prof. Martin Schmidt und Orchesterleitung bei Prof. Andreas Weiss. Im Rahmen seines Studiums dirigierte er die Baden-Badener Philharmonie und das Kurpfälzische Kammerorchester Mannheim. Meisterkurse besuchte er u.a. bei Owen Rees, Peter Philips, Martin Schmidt, Vasco Negreiros, Morten Schuldt-Jensen, Wolfgang Schäfer und Tobias Hiller.
Im Juni 2013 erhielt er an der Schola Cantorum Basiliensis bei Rosa Dominguez seinen Master in Gesang. Seitdem liegt der Schwerpunkt seiner Konzerttätigkeit hauptsächlich im Bereich Alte Musik. Solistisch konzertierte er in Spanien und Portugal mit Bachs Passionen und dem Weihnachtsoratorium sowie Mozarts Requiem und hat sich in der Schweiz u.a. mit Ensembles wie dem Tonhalle Orchester Zürich, dem Zürcher Kammerorchester und dem Orchester Chaarts unter der Leitung von Paavo Jäarvi und Florian Helgath präsentiert. Als Chorsänger war er u.a. im Vocalensemble Rastatt, im Stuttgarter Kammerchor, in der Gaechinger Cantorey, bei den Basler Madrigalisten, in der Capella Reial de Catalunya, im Balthasar Neumann Chor sowie im Dunedin Consort aktiv. Aktuell ist er Ensemblemitglied der Zürcher Sing-Akademie.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit bildet die Opernbühne: Hier war er am Theater Basel unter Andrea Marcon zum einen in The Fairy Queen von Henry Purcell zu hören, zum anderen verkörperte er in der Oper Medée von Marc-Antoine Charpentier die Jalousie und sang den Korinther. Mit der Oper L'Orfeo von Claudio Monteverdi war er in Pont du Gard, Frankreich, unter Gabriel Garrido als Pastor zu hören und wirkte in der gleichen Oper unter der Regie von David Bösch an der Bayerischen Staatsoper mit.
Mit dem Vocalensemble Rastatt hat er in Zusammenarbeit mit dem Carus Verlag Stuttgart sowohl Israel in Egypt von Händel als auch Brahms Volkslieder und Quartette aufgenommen. Als Ensemblemitglied der weltweit renommierten Bachstiftung St. Gallen hat er im Rahmen der Gesamteinspielung der Werke Johann Sebastian Bachs an mehreren Aufnahmen mitgewirkt.
Mit der Zürcher Sing-Akademie und dem Tonhalle Orchester Zürich spielte er unter Paavo Järvi die Symphonien von Mendelssohn und Mahler ein und nimmt aktuell die Vokalwerke Joseph Haydns mit dem Basler Kammerorchester unter René Jacobs auf.
Solistisch sang er auf der im Mai 2019 veröffentlichten CD-Einspielung von Monteverdis Vespro della Beata Vergine mit dem Ensemble La Fenice unter Jean Tubéry.
Als Gesangslehrer und Stimmbildner ist er in der Region Freiburg im Breisgau aktiv und seit dem Wintersemester 2020/21 an der Hochschule für Musik Freiburg als Lehrbeauftragter für das Fach Gehörbildung tätig.